Der Brunello di Montalcino und die Faszination von CastelGiocondo

„Bekannt für gute Weine, die man hier von diesen lieblichen Hügeln gewinnt.“

So beschrieb der Philosoph Leandro Alberti das kleine Städtchen Montalcino bereits zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert. (Quelle: WineNews)

Seit vielen Jahrhunderten ist die Gegend um Montalcino für die Qualität des Bodens bekannt, der große Weine hervorbringt. Aber erst 1869 gelang es dem Apotheker und Naturwissenschaftler aus Montalcino, Clemente Santi, einen neuen Rotwein namens „Brunello“ zu kreieren, der auf der Landwirtschaftsmesse von Montepulciano mit zwei Silbermedaillen ausgezeichnet wurde. (Quelle: Schutzkonsortium des Brunello-Weins)

Andere ortsansässigen Familien folgten dem Beispiel von Clemente Santi und begannen mit der Erzeugung von Brunello-Weinen, die im Laufe der Jahre auf nationalen und internationalen Landwirtschafts- und Weinmessen zahlreiche Anerkennungen erhielten.

Wie bei jedem Wein, der die kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung „DOCG“ tragen darf, sind auch bei der Erzeugung des Brunello di Montalcino sehr strenge Produktvorschriften einzuhalten, wodurch der erzeugte Wein seine hervorragenden organoleptischen Eigenschaften im Hinblick auf Geschmack, Aussehen und Geruch erhält, aufgrund derer er auf der ganzen Welt geschätzt wird.

In der Produktspezifikation ist u. a. vorgeschrieben, dass der Wein ausschließlich aus den als „Brunello“ bezeichneten Sangiovese-Trauben im Gebiet von Montalcino erzeugt werden darf. (Quelle: Produktspezifikation)

Der Anbau in den Weinbergen muss unter besonderen Bedingungen erfolgen, wie zum Beispiel der Anbau der Reben in Hügellage und das Verbot der forcierten Reifung.

Darüber hinaus muss der Wein mindestens zwei Jahre in Fässern aus Eichenholz und mindestens vier Monate in der Flasche reifen. Der Wein darf frühesten ab dem 1. Januar des sechsten auf die Weinlese folgenden Jahres in den Handel gebracht werden. (Quelle: Produktspezifikation)

Auf dem Hügel von Montalcino liegt das wunderschöne antike Weingut CastelGiocondo, auf dem seit seiner Entstehung Brunello-Wein erzeugt wird. (Quelle: Schutzkonsortium des Brunello di Montalcino-Weins)

Heute befindet sich das Weingut im Besitz der Familie Frescobaldi und ist nicht nur für Montalcino und den Brunello-Wein ein Referenzpunkt, sondern auch ein Ort, an dem sich Natur und Kunstschätze mit der hiesigen Geschichte und den wunderschönen Landschaften vereinen.

In den Weinbergen des Weinguts CastelGiocondo mit der zauberhaften Burg und der mittelalterlichen Ortschaft herrschen günstige Bedingungen, durch die die Eigenschaften der Sangiovese-Trauben noch stärker zum Ausdruck kommen: die Höhenlage von etwa 300 Metern, die südöstliche Ausrichtung mit optimaler Sonneneinstrahlung und drainierende Böden, die aus Kalkmergel bestehen. Zudem liegt CastelGiocondo in einem von Sonne und Natur verwöhnten Gebiet, in dem das Klima, die Böden und die Geschichte dazu beitragen, einen wirklich einzigartigen Brunello di Montalcino hervorzubringen.

Ein Terroir, das unverwechselbar ist, aber vor allem das unzertrennbare Band repräsentiert, das die Familie Frescobaldi und einen Wein verbindet, der die Seele und Schönheit der Toskana überall zum Ausdruck bringt und auf der ganzen Welt geschätzt wird.

Um diese kleine Reise in die Welt unserer Weine noch interessanter zu machen, möchten wir Ihnen mehr davon erzählen, was jeden Jahrgang so einzigartig und edel macht.

Beginnen wir mit dem jüngsten Jahrgang aus 2016, der besonders herausfordernd war, aber letztendlich zu einem der besten Jahrgänge zählt! Auf einen milden Winter, der zu einem etwas vorzeitigen Austrieb der Rebstöcke führte, folgte ein ebenso milder Frühling mit einigen Regenfällen, die den Monat Juni einläuteten, der mit Temperaturen unter dem Durchschnitt für diese Jahreszeit zu kühl war. Der warme Sommer ohne übermäßige Hitzeperioden mit vereinzelten Regenfällen im August hat für einen ausgezeichneten physiologischen Zustand der Reben gesorgt, sodass vollkommen gesunde Trauben heranreifen konnten. Es waren jedoch die letzten zehn Septembertage mit viel Sonnenschein und Temperaturschwankungen, die uns duftende, sehr reife, gesunde und perfekt ausgewogene Trauben bescherten. Das Ergebnis war ein Brunello CastelGiocondo 2016, der sein Potential wunderbar zum Ausdruck bringt: eine kräftige rubinrote, lebendige Farbe und ein äußerst elegantes Bouquet mit einer Vielzahl von fruchtigen Aromen. Die würzigen Noten werden von einem balsamischen Anklang begleitet, wodurch ein besonders ausgewogener und komplexer Geschmack entsteht. Im Mund offenbart der Rotwein eine dichte und elegante Tanninstruktur, die gemeinsam mit der charakteristischen Mineralität den Gaumen umhüllt und durch seine Harmonie beeindruckt. Der Abgang ist lang, warm und anhaltend. Im Nachhall sind süß-würzige und balsamische Noten wahrnehmbar.

Auch der Jahrgang 2015 besticht durch seine Balsamaromen. Der ausgewogene Alkoholtenor entsteht durch die frische balsamische Note und die mineralische Würze, die von einem sehr langen Abgang begleitet wird, der typisch für Brunello-Weine vom Weingut CastelGiocondo ist, die aus exzellenten Jahrgängen stammen (für diesen Jahrgang hat der Weinkritiker James Suckling 97 Punkte vergeben). Die Sangiovese-Trauben, aus denen der Brunello di Montalcino CastelGiocondo 2015 gekeltert wurde, trieben in der ersten Aprilwoche aus. Dank der reichlichen Wasserreserven aus dem Vorjahr und einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge im Winter 2015 konnten die Rebpflanzen gleichmäßig heranwachsen. Das Klima im Weinjahr blieb trocken und sonnig. Trotz des sehr heißen und trockenen Julis haben die Reben nicht zu sehr unter den hohen Temperaturen gelitten, was den agronomischen Verfahren zu verdanken war, die wir seit Jahren anwenden. In der ersten Augustwoche kam es zu heftigen Regenfällen, sodass die Temperaturen sanken und sich die Pflanzen erholten konnten. Dadurch bildeten sich in den Trauben Aromen, Farbstoffe (Anthocyane) und Tannine. Das Ergebnis? Ein CastelGiocondo Brunello 2015, der sich im Glas mit seiner tiefen rubinroten Farbe und in der Nase mit klaren und markanten Aromen von Waldfrüchten und in Alkohol eingelegten Sauerkirschen präsentiert. Noten von Zimt, Tabak, Minze und Teeblättern bilden ein sehr komplexes Aroma, ohne dass sich die einzelnen Komponenten überdecken. Der Wein ist vollmundig mit samtigen Tanninen, die ihm einen kremigen Geschmack verleihen.

2014 hat uns sicherlich einen weiteren unvergesslichen Jahrgang beschert. Der Winter war durch eher milde Temperaturen gekennzeichnet, die für diese Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich sind. In den Frühlingsmonaten waren die Tage von Beginn an sonnig und warm. Im Gegensatz dazu hat der kühle Sommer mit reichlich Regen eine längere Pflanzenentwicklung begünstigt. Die regenfreie Zeit, die Sonne und die hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht haben in der zweiten Hälfte des Monats September die Reifung beschleunigt und uns Trauben beschert, die einen hohen Gehalt an aromatischen Komponenten, Farbstoffen und Struktur aufwiesen. Daraus entstand ein Brunello di CastelGiocondo 2014, der bereits im Glas durch sein Aussehen beeindruckt. Der Wein präsentiert sich mit einer intensiven rubinroten und leuchtenden Farbe. Im Bouquet dominieren Fruchtaromen, die von Himbeere bis Johannisbeere reichen, begleitet von einem Hauch Blaubeere und einer eleganten Veilchennote, die sich nach kurzer Zeit in der Nase entfaltet. Lässt man den Wein atmen, werden würzige Noten freigesetzt, die durch die lange Reifung entstehen. Es folgen Aromen von Zimt, Pfeffer und Leder und ein balsamischer Anklang im Abgang. Der Brunello ist vollmundig und beeindruckt durch seinen harmonischen Geschmack, die dichte Tanninstruktur und mineralische Noten.

Auf den ersten Blick präsentiert er mit seiner intensiven rubinroten Farbe und ähnelt vom Geschmack her sehr dem Brunello CastelGiocondo Jahrgang 2013. In der Nase besticht er durch den Duft von Himbeeren und roten Früchten mit einer eleganten Veilchennoten. Ein Jahrgang, der sich mit 96 Punkten im Weinmagazin „Wine Enthusiast“ 2017 in die TOP 10 der Brunello di Montalcino-Weine einreiht und sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Im Weinbaujahr 2013 herrschte im Gegensatz zu den Vorjahren ein gleichmäßiges Klima: Im Frühling und zu Beginn des Sommers fiel häufig Regen. Dadurch konnten sich die Reben ohne klimatische Beeinträchtigungen entwickeln. Im darauffolgenden warmen Sommer ohne übermäßige Hitzeperioden begannen die Beeren, unter optimalen Bedingungen zu reifen und ihre Farbe zu ändern. Auf kühle Nächte folgten sonnige Tage, was sich günstig auf die abschließende Reifephase auswirkte. In den Trauben konnten sich deshalb hohe Anteile edler Substanzen anreichern, wie Pflanzenfarbstoffe (Anthocyane) und Tannine, wobei die feinen Aromen der Rebsorte erhalten geblieben sind.

Kurz vor dem Ende unserer Reise sind wir beim Weinjahr 2012 angelangt, das durch hohe Temperaturen im Sommer und mäßige Niederschlagsmengen gekennzeichnet war. Die besonders trockene Jahreszeit hat eine gleichmäßige Entwicklung der Trauben begünstigt. Die Weinlese geht zwar als eine der längsten in die Geschichte ein, dennoch waren unsere Trauben am Ende der Lese immer noch in einem perfekten Zustand. Das Sonnenlicht und die warmen Temperaturen im Jahr 2012 haben dazu beigetragen, den Weinen vom Gut CastelGiocondo einen außergewöhnlich starken Charakter und Aromabreite zu verleihen. Der CastelGiocondo Brunello di Montalcino 2012 beeindruckt durch klare Himbeer- und Granatapfelaromen, die durch elegante blumige Noten bereichert werden. Im Mund zeichnet sich der Wein durch seinen präzisen und harmonischen Geschmack mit eleganter Tanninstruktur und einer langanhaltenden würzigen und mineralischen Note aus und erinnert daher an andere Jahrgänge.

Der Jahrgang CastelGiocondo 2011 brachte einen Brunello hervor, der reich an Tanninnoten ist, in der Nase das unverwechselbare Bouquet entfaltet und sich im Glas mit kräftiger rubinroter Farbe präsentiert. Dieser Brunello di Montalcino stammt aus einem Jahr mit gleichmäßigem Klimaverlauf: Das Frühjahr war von ausreichenden Niederschlagsmengen und milden Temperaturen geprägt. Die Temperaturen in den ersten heißen Sommerwochen waren angenehm warm, sodass optimale Bedingungen für die Rebpflanzen und die Trauben vorlagen. Die steigenden Temperaturen in der zweiten Augusthälfte sorgten dafür, dass die Sangiovese-Trauben außergewöhnlich gut heranreifen konnten. Bei der Weinlese wurden pralle Trauben mit intensiver Farbe geerntet, die sich in einem hervorragenden Gesundheitszustand befanden.

Unser Weinüberblick endet mit einem älteren Jahrgang, der bedeutende Anerkennungen erhalten hat. Der Weinkritiker James Suckling vergab 97 Punkte für den CastelGiocondo Brunello di Montalcino 2010 (Platz 9 unter den Top 100 Brunelli, Bester Wein des Jahres 2014 und 2015). Die Weinlese 2010 auf dem Weingut CastelGiocondo endete am 20. Oktober. Das Frühjahr war von häufigen Regenfällen geprägt, die das Grundwasser zwar gut aufgefüllt haben, die Winzer jedoch im Hinblick auf die Pflanzenentwicklung und den Pflanzenschutz auf eine harte Probe stellten. In den Sommermonaten wechselten sich mäßige Niederschläge mit sonnigen Tagen ab. Im September herrschten hingegen bis zum Ende der Weinlese ideale Klimabedingungen mit kühlen Nächten und warmen sonnigen Tagen. Da die Reben ihr gesamtes Potential entfalten konnten, kamen Trauben mit einem optimalen Reifegrad im Weinkeller an. So können wir einen Jahrgang genießen, der mit warmen mineralischen Aromen, Noten von dunklen Früchten und getrocknetem Obst aufwartet. Der Wein hat einen vollen und tanninbetonten Körper mit einem langen und anhaltenden Abgang. Durch seine würzigen Nuancen bekommt der Wein einen wunderbaren saftigen Geschmack.

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